eBay kauft brands4friends - wie sinnvoll ist das?

geschrieben von Marcel

Mit dem Verkauf von brands4friends an eBay gibt es zum Jahresende nochmal einen Paukenschlag in der Branche. Als ich bei Jochen von dem Deal las habe ich mir nochmal meine eBay-Rezension aus dem Sommer angeschaut, als es darum ging, ob eBay den eigenen Handel mit Markenartikeln schafft. Meine Einschätzung damals:

„Hier muss eBay vor allem einen Spagat schaffen: Nämlich den zwischen optimaler Verwertung des Traffics auf der einen Seite und einem möglichst abgegrenzten Bereich für Marken auf der anderen Seite“

Ersetzt Traffic durch Kundenstamm und ich bin kurz davor, Provision von brands4friends einzufordern :-)

Aber Spaß beiseite, nachdem ich erste Einschätzungen von Jochen und Martin gelesen habe (die das aus eBay-Sicht eher zurückhaltend bewerten, wenn ich das so sagen darf) und auf gruenderszene.de (Die das naturgemäß aus b4f-Sicht eher positiv beurteilen), habe ich mich auch gefragt, wie sinnvoll der Deal ist – auch ich nehme dabei eher die eBay-Perspektive ein.

Marken-/Handelsstrategie an sich

eBay möchte den Verkauf von echten Marken forcieren, erste Schritte sind mit mode.ebay.de gegangen. Jetzt kann man natürlich über den Versuch an sich streiten, denn der Markenkern von eBay (Plattform, kleine Händler oder Privatanbieter) lässt das nicht wirklich zu. Andererseits konkurriert eBay zu Recht mit amazon, die in eBays (Marktplatz-)Gewässern fischen und daher ist es m.E. richtig, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Auch wenn es für eBay ungleich schwerer ist, von Plattform zu Händler zu gehen als umgekehrt. Hierauf bezieht sich auch die Kritik von Jochen, die nicht von der Hand zu weisen ist.

Erfolgsaussichten mit brands4friends

Hier komme ich zu meiner Einschätzung aus dem Sommer zurück. Alleine wird eBay den Schritt zum Markenanbieter nicht schaffen, die Zusammenarbeit mit brands4friends schafft wichtige Synergien, z.B. Etablierte, vertraute Markenkontakte. In der Modebranche spielt das Netzwerk und das Vitamin B eine gewichtige Rolle. Marken sind sensible, teilweise hochgezüchtete Rennpferde. Die laufen nicht auf jeder Bahn undvor allem nicht unter jedem Jockey. eBay ist jetzt immerhin mal Besitzer eines Jockeys. (Jetzt kann man noch streiten, ob Restanten nicht eher in die Rubrik Wallach fallen, aber das würde meine Metapher wohl überstrapazieren)

Durch eBays Nähe zum Thema Preis ist der Einstieg über die Abschleusung von Überbeständen, gepaart mit eigenen Kollektionen  durchaus sinnvoll. Der nächste Schritt, aktuelle Kollektionen verkaufen zu können, ist dann nicht mehr ganz so groß.

Ein weiterer Asset: Die Prozesse im Handel (Warenbeschaffung, Logistik, Daten) sind eine Liga komplexer, als bei einer Plattform, wo der Plattformanbieter „nur“ die Architektur stellt. Hier kann eBay ebenfalls eine Menge lernen, auch wenn sie die Ware nicht lagern müssen und Shopping Clubs andere Prozesse haben, als klassische Händler.

Fazit

Ob der Deal preistechnisch passt oder nicht – keine Ahnung. Wie bei allem im Leben wird es wohl darauf ankommen, was eBay draus macht, ich sehe auf jeden Fall viele sinnvolle Synergieeffekte. Das grds. Geschäftsmodell-Dilemma (Händler oder nicht) kann damit nicht ausgeräumt werden. Von außen betrachtet fehlen mir aber die Informationen, um das seriös einzuwerten  Lassen wir uns also überraschen, wie es mit b4f und eBay weitergeht.

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1 comment to eBay kauft brands4friends – wie sinnvoll ist das?

  • Ich bin mir sicher, dass der deal sinn macht, das verdiente geld muss erstens angelegt werden und zweitens muss ein bollwerk gegen amazon und google verteidigt werden. fusionen und übernahmen gab es in der vergangenheit und werden auch die zukunft bestimmen.

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